Das Veloroutenkonzeption der Stadtregion

Ein Netz für alle Alltagswege

Das Veloroutennetz mit seinen Zubringerrouten soll die Menschen in der Stadtregion Münster aufs Rad bringen.

Veloroutennetz der Stadtregion Münster
© Stadt Münster

Die 12 Städte und Gemeinden in der Stadtregion Münster haben sich mit ihrem rd. 266 km umfassenden Veloroutennetz ambitionierte Ziele gesetzt. Neben den bereits fertiggestellten Abschnitten (mehr als 24 km) werden derzeit auf mehr als der Hälfte des Netzes konkrete Planungen zur Verbesserung auf den Veloroutenstandard betrieben. Für die Pendler*innen noch viel wichtiger ist, dass das Veloroutennetz auch heute schon, mit wenigen Ausnahmen, genutzt werden kann und auch zunehmend befahren wird. Das Veloroutennetz ist damit ein schon heute nutzbares „Vorrangnetz“ für den Alltagsverkehr und ein wesentliches Rückgrat für die Radfahrenden in der Stadtregion, das mit jedem Abschnitt im Veloroutenstandard das Radfahren noch attraktiver, sicherer und komfortabler macht.

Das Veloroutennetz bringt die Menschen in der Stadtregion aufs Rad. Die 14 Velorouten sind ein starkes Gerüst, das die 11 stadtregionalen Gemeinden mit Münster verbindet. Zubringerrouten ergänzen das Veloroutennetz und bieten den Radfahrern in allen Ortsteilen attraktive Verbindungen in alle wesentlichen Richtungen. Die Velorouten in Verbindung mit den kommunalen Zubringerrouten tragen der Entwicklung Rechnung, dass immer mehr Menschen zwischen dem Zentrum Münsters, seinen Außenstadtteilen und den Umlandgemeinden in Bewegung sind, weil sie dort wohnen, arbeiten, lernen und leben.

Die Wegeführungen des Hauptnetzes orientieren sich an vorhandenen Strukturen: Wo wohnen die Menschen? Wo entwickeln sich neue Wohngebiete? Wo gibt es schon Radwege, und welche Verbindungen werden im Alltag häufig genutzt? Das ist eine ressourcenschonende Herangehensweise. Sie zielt darauf, dass es bald ein solides Radwegenetz gibt, ohne dass allzu viele und langwierige Planungsprozesse nötig sind und die Kommunen finanziell überfordert werden.

Die radial auf Münster zulaufenden Velorouten bedürfen als so genannte Radvorrangrouten im Ausbau eines herausgehobenen Standards. Die Zubringer müssen wenigstens den so genannten ERA-Standard (Empfehlungen für Radverkehrsanlagen) erfüllen, was gegenwärtig das einzige allgemein verbindliche Regelwerk in Deutschland für den Radwegebau ist.

Außer dem praktischen Nutzen für die Radfahrer:innen verändert das Veloroutenkonzept aber auch an der Logik der interkommunalen Zusammenarbeit eine ganze Menge: Die Stadtregion wird zur Vorreiterin, denn hier begreifen die verschiedenen Baulastträger, nämlich Kommunen, Kreise und der Landesbetrieb Straßen.NRW, den Ausbau des Radwegenetzes als gemeinsames Projekt. Was zukünftig noch weitere Entwicklungen ermöglichen kann, wenn zum Beispiel Wohngebiete nicht im gewohnten Kirchturmdenken, sondern gemeinsam entwickelt werden.